Dyskalkulietherapie2018-09-03T11:08:28+00:00

Rechenstörung – Dyskalkulie

Unterlaufen Ihrem Kind Zählfehler beim Abzählen oder gelingt das Zählen in größeren Schritten nicht? Kann es Zahlwörtern oder Ziffern keine korrekte Menge zuordnen? Gelingt das schnelle Erfassen kleiner Mengen auf einen Blick nicht? Verdreht Ihr Kind Ziffern beim Lesen oder Schreiben? Werden Zehner-, Hunderter- oder Tausenderübergänge nicht beachtet und kommt es zu überdurchschnittlich vielen Rechenfehlern? Kann Ihr Kind nicht ohne Fingerabzählen rechnen? Vertauscht es die Rechenzeichen oder macht Fehler beim Rechnen mit der Null? Kann es sich das Einmaleins nicht merken und vergisst es immer wieder die geübten Rechenwege? Führen die ständigen Misserfolgserlebnisse im Rechnen zunehmend zu seelischen Belastungen wie geringem Selbstvertrauen, Schul- oder Prüfungsangst, Rückzug aus dem Freundeskreis oder auch zu provozierendem oder aggressivem Verhalten? Drücken sich die seelischen Belastungen auch in körperlichen Beschwerden wie Bauchweh, Kopfschmerzen, Erbrechen, Einnässen oder Schlafstörungen aus?

Dann besteht bei Ihrem Kind vermutlich eine Rechenstörung. Unter dieser so genannten Dyskalkulie versteht man eine spezielle entwicklungs- bzw. anlagebedingte Lernstörung, die durch deutlich ausgeprägte und lang andauernde Schwierigkeiten beim Erlernen der Kulturtechniken des Rechnens gekennzeichnet ist. Trotz regelmäßigen Schulbesuchs und ausreichender schulischer Lernanregung, trotz normaler Intelligenz und mündlicher Beherrschung der deutschen Sprache sind die betroffenen Kinder und Jugendlichen nicht in der Lage, ausreichend gut die grundlegender Rechenfertigkeiten wie Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division zu erlernen. Eine Dyskalkulie wird nicht durch körperliche, neurologische oder psychische Erkrankungen verursacht, sondern ist genetisch bedingt. Eine Rechenstörung ist niemals ein Ausdruck von Faulheit oder Dummheit!

Häufig gehen auch eine Aufmerksamkeitsstörung AD(H)S, eine Lese-Rechtschreibstörung (Legasthenie) oder eine visuelle Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung mit einer Dyskalkulie einher.

Durch unsere Behandlung versuchen wir die verschiedenen Basisfähigkeiten sowie spezifische Rechenfertigkeiten aufzubauen, zu verbessern und zu automatisieren. Zu den notwendigen Basiskompetenzen für das Rechnen gehören z.B. das Bilden von Klassifikationen, Mengenbestimmung und -vergleiche, das Erkennen von Dimensionsunterschieden und die Mengen-Zahl-Zuordnung. Zu den Rechenfertigkeiten gehören das Anwenden effizienter Rechenstrategien und -wege beim Addieren, Subtrahieren, Multiplizieren und Dividieren innerhalb verschieden großer Zahlenräume sowie das Beherrschen des kleinen Einmaleins. Auch die Bearbeitung von Sachaufgaben kann Teil der Behandlung sein.

Um Ihrem Kind die Lerninhalte zu vermitteln orientieren wir uns an der Therapie von Rechenstörungen nach Jacobs & Petermann und greifen auf geeignete Übungen und Techniken aus verschiedenen anerkannten symptomorientierten und strategiegeleiteten Therapieprogrammen zurück:

  • „Komm mit – Rechne mit!“ Förderprogramm für rechenschwache Kinder von Hofmann, Petersen & Schuberth
  • Kieler Zahlenbilder von Rosenkranz
  • Praxisbuch Rechenwelt: Aufgaben und Spiele mit dem Dienes-Material von Heuninck
  • Rechenstörung – Diagnose und Therapiebausteine von Kaufmann & Wessolowski

Ergänzend setzen wir computergestützte Therapieprogramme ein. Diese haben unserer Erfahrung nach einen sehr positiven Effekt auf die Therapiemotivation und Leistungsbereitschaft der Kinder und helfen, erarbeitete Regeln und Strategien zu automatisieren. Ggf. führen wir parallel zum symptomspezifischen Rechentraining auch eine Therapie der basalen Wahrnehmungsfunktion der visuellen Verarbeitung und Wahrnehmung durch.